M17

M17 (NGC 6618) ist eine H II Region mit einem eingebetteten offenen Sternhaufen im Sternbild Schütze an der Position Rektaszension 18h 20m 47s und Deklination -16d 10m 18s J2000.0 (Wu 2009). Aus der Entfernung von etwa 5900 Lichtjahre zum offenen Sternhaufen (Kharchenko 2005 J/A+A/438/1163) und der scheinbaren Größe von 45 arcmin x 35 arcmin für die H II Region (Burnham, R, Jr 1978) ergibt sich für sie eine Größe von 77 Lichtjahre x 60 Lichtjahre.

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Norden ist oben links, Osten unten links.

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 Teleskop und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Norden ist oben links, Osten unten links.

Ein Bild mit Anmerkungen findet sich hier.

Der Nebel wurde von de Chéseaux etwa im Jahr 1746 entdeckt (Frommert 2000).

Charles Messier notierte am 3. Juni 1764 zu diesem Sternhaufen: “Lichtschliere ohne Sterne, [mit einer Ausdehnung von] 5 oder 6 Minuten, in Form einer Spindel etwa wie der im Gürtel der Andromade aber mit sehr geringer Helligkeit; in der Nähe es gibt dort zwei Sterne parallel zum Äquator. An einem guten Himmel erkennt man den Nebel sehr gut mit einem Teleskop von 3,5 Fuß [Brennweite] …”1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer beschrieb NGC 6618 in seinem New General Catalog: “Very much remarkable, bright, extremely large, extremely irregular figure, two hooked; = M17”2 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

Aufsuchkarte für M17. Die Karte deckt einen Bereich von etwa 40° x 17° ab. Der eingezeichnete Kreis im Zentrum hat einen Durchmesser von 5°. Es sind Sterne bis zu einer Grenzgröße von +9,0 mag eingezeichnet.

Am 01.08.2017 beobachtete ich in Güimar (Teneriffa); NELM 4,97 mag; Himmel im Zenit 17,83 mag/☐”; Gute Transparenz bei leichtem Hochnebel: Der Mond ist um 00:24 UT mit 62% beleuchtet, steht 24° über dem Horizont und hat von M17 einen Abstand von 42°. Den Emissionsnebel finde ich etwa 2,5° nordwestlich von M24. Mit dem William Optics Megrez 80 II Refraktor und dem Widescan III 13mm Okular (39x Vergrößerung; 2,2° Gesichtsfeld) erkenne ich einen länglichen Nebel mit einer Ausdehnung von 10′ x 5′. Ungefähr 10′ oberhalb des Nebels erkenne ich eine Gruppe von 10 Sternen. Zusammen sieht das wie ein unterstrichener offener Sternhaufen aus (→ vollständiger Beobachtungsbericht).

Ruprecht klassifizierte den offenen Sternhaufen mit III 2 p (Ruprecht 1966): Der Sternhaufen ist von dem ihn umgebenden Sternenfeld losgelöst und zeigt keine bemerkbare Konzentration, die Sterne sind mehr oder weniger dünn und annähernd gleichmäßig verstreut. Die Helligkeit der Haufensterne erstreckt sich über einen mittleren Bereich. Zu dem Sternhaufen gehören weniger als 50 Sterne. Mehr zur Trumpler-Klassifikation offener Sternhaufen findet sich hier.

Die bekannten offene Sternhaufen der Milchstrasse liegen relativ in unserer Nähe und in der galaktischen Ebene oder aber nicht sehr weit davon entfernt (siehe hier). Der offene Sternhaufen von M17 bildet da keine Ausnahme (Dias 2002 VizieR B/ocl).

Die Position vom M17 (rot) innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Die Position vom M17 (rot) innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

In einem Radius von 30 arcmin um das Zentrum von M17 herum finden sich 8 Doppelsterne (Mason 2014, VizieR WDS) …

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 Teleskop und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Doppelsterne sind rot markiert. Norden ist oben links, Osten unten links.

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Doppelsterne sind rot markiert. Norden ist oben links, Osten unten links.

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Veränderliche Sterne sind rot markiert. Norden ist oben links, Osten unten links.

M17 aufgenommen mit einem Takahashi TOA-150 Teleskop und einer Finger Lake Instrumentation FLI-ML8300c CCD Kamera. Veränderliche Sterne sind rot markiert. Norden ist oben links, Osten unten links.

… und 14 veränderliche Sterne (Samus 2009, VizieR GCVS).

Anmerkung

Für die Recherche zu M17 nutzte ich unter anderem sowohl die SIMBAD Datenbank beim CDS, Straßburg, Frankreich (Wenger 2000) als auch die VizieR Datenbank ebenfalls beim CDS.

Aufsuchkarte mit freundlicher Genehmigung von Starry Night www.starrynight.com.

Links

M17 @ NED
M17 @ SEDS
M17 @ SIMBAD
NGC 6618 @ WEBDA

Literaturverzeichnis

Burnham, R, Jr (1978): Burnham’s Celestial Handbook Vol. III. Revised and Enlarged. New York: Dover Publications, Inc. — ISBN: 0-486-23673-0

Dias, W S; Alessi, B S; Moitinho, A; u. a. (2002): „New catalogue of optically visible open clusters and candidates“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 389 (3), S. 871–873, DOI: 10.1051/0004-6361:20020668.

Dreyer, John Louis Emil (1888): A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John FW Herschel, Bart, revised, corrected, and enlarged. Memoirs of the Royal Astronomical ….

Frommert, H; Kronberg, C (2000): „De Chéseaux’s List of 21 ‚Nebulae‘“. SEDS. Abgerufen am 20.03.2017 von http://messier.seds.org/xtra/similar/deches.html.

Kharchenko, N V; Piskunov, A E; Röser, S; u. a. (2005): „Astrophysical parameters of Galactic open clusters“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 438 (3), S. 1163–1173, DOI: 10.1051/0004-6361:20042523.

Mason, B D; Wycoff, G L; Hartkopf, W I; u. a. (2014): „The Washington Visual Double Star Catalog (Mason+ 2001-2014)“. In: VizieR On-line Data Catalog.

Ruprecht, J (1966): „Classification of open star clusters“. In: Bulletin of the Astronomical Institutes of Czechoslovakia. 17, S. 33.

Samus, N N; Durlevich, O V (2009): „General Catalogue of Variable Stars (Samus+ 2007-2013)“. In: VizieR On-line Data Catalog.

Trumpler, R J (1930): „Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters“. In: Lick Observatory Bulletin.

Wenger, M; Ochsenbein, F; Egret, D; u. a. (2000): „The SIMBAD astronomical database. The CDS reference database for astronomical objects“. In: Astronomy and Astrophysics Supplement. EDP Sciences 143 (1), S. 9–22, DOI: 10.1051/aas:2000332.

Wu, Zhen-Yu; Zhou, Xu; Ma, Jun; u. a. (2009): „The orbits of open clusters in the Galaxy“. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 399 (4), S. 2146–2164, DOI: 10.1111/j.1365-2966.2009.15416.x.

  1. Trainée de lumière sans étoiles, de cinq à six minutes, en forme du fuseau, & à peu-près comme celle de la ceinture d’Andromède, mais d’une lumière très-foible; il y a deux étoiles télescopiques auprès & placées parallèlement à l’Equateur. Par un beau ciel on apercoit très-bien cette nébuleuse avec une lunette ordinaire de trois pieds & demi. …
  2. !!, B, eL, eiF, 2 hooked; = M17