M11

M11 (NGC 6705) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Schild an der Position Rektaszension 18h 51m 05s und Deklination -06d 16m 12s J2000.0 (Wu 2009). Aus der Entfernung von etwa 6100 Lichtjahre zum offenen Sternhaufen (Kharchenko 2005 J/A+A/438/1163) und der scheinbaren Größe von 13 arcmin (Kepple 1998) ergibt sich für ihn eine Größe von 23 Lichtjahre.

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Norden ist oben, Osten links.

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Norden ist oben, Osten links.

Ein Bild mit Anmerkungen findet sich hier.

Der offene Sternhaufen wurde von Gottfried Kirch im Jahre 1681 entdeckt (Halley 1714).

Charles Messier nahm den offenen Sternhaufen am 30. Mai 1764 in seinen Katalog auf: “Ansammlung einer großen Zahl von kleinen [schwachen] Sternen, nahe dem Stern K des Antinous [Südteil des Adlers], die man nur mit guten Instrumenten sieht; mit einem normalen Fernrohr von 3 Fuß [Brennweite] ähnelt sie einem Kometen; in dieser Ansammlung gibt es einen Stern der 8. Größenklasse. Herr Kirch beobachtete sie 1681 …”1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer beschrieb NGC 6705 in seinem New General Catalog: “Remarkable cluster, very bright, irregular round, large, rich in stars, star of 9th magnitude, stars of 11 magnitude and fainter ; = M11”2 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

Aufsuchkarte für M11. Die Karte deckt einen Bereich von etwa 40° x 17° ab. Der eingezeichnete Kreis im Zentrum hat einen Durchmesser von 5°. Es sind Sterne bis zu einer Grenzgröße von +9,0 mag eingezeichnet.

Aufsuchkarte für M11. Die Karte deckt einen Bereich von etwa 40° x 17° ab. Der eingezeichnete Kreis im Zentrum hat einen Durchmesser von 5°. Es sind Sterne bis zu einer Grenzgröße von +9,0 mag eingezeichnet.

Am 17.08.2017 beobachtete ich in Konstanz; NELM 5,96 mag; Himmel im Zenit 19,81 mag/☐”; Gute Transparenz bei leichtem Hochnebel: Der Mond ist um 20:31 UT mit 20% beleuchtet, befindet sich 22° unter dem Horizont und hat von M11 einen Abstand von 164°, er stört meine Beobachtung nicht. Ich finde den offenen Sternhaufen mit manuellem GoTo meiner AYOdigi Montierung. Es ist eine Freude diesen offene Sternhaufen zu beobachten, mit meinem TS Individual 152/900 Refraktor und meinem Kasai Ortho 6mm (150x Vergrößerung; 18′ Gesichtsfeld) kann ich ihn gut in Einzelstern auflösen und er hebt sich sehr gut von seiner Umgebung ab. Eine Konzentration der Haufensterne kann ich nicht erkennen, sie sind alle etwa gleich hell – allerdings fällt mir im Osten der Ansammlung ein einzelner heller Stern auf. In einem Bereich von etwa 15′ zähle ich ungefähr 100 Sterne. Die Form des offenen Sternhaufens erscheint mir deutlich dreieckig, in seinem Inneren erkenne ich einige dunkle Bereiche (→ vollständiger Beobachtungsbericht).

Am 10.08.2017 beobachtete ich in Güimar (Teneriffa); NELM 5,80 mag; Himmel im Zenit 19,50 mag/☐”; Gute Transparenz bei leichtem Hochnebel: Der Mond ist um 22:51 UT mit 89% beleuchtet, befindet sich 1° über dem Horizont, ist aber noch hinter einer Mauer verborgen, und hat von M11 einen Abstand von 74°. Ich finde den offenen Sternhaufen 2,5° nördlich von NGC 6712. Mit dem William Optics Megrez 80 II Refraktor und dem Widescan III 13mm Okular (39x Vergrößerung; 2,2° Gesichtsfeld) biete sich mir ein sensationeller Anblick. Der Sternhaufen grenzt sich gut vom Hintergrund ab, ich erkenne keine Konzentration der Haufensterne. Bei den Mitgliedern des Sternhaufens bemerke ich keine wesentlichen Helligkeitsunterschiede. Ich habe Schwierigkeit den offenen Sternhaufe aufzulösen. Der Durchmesser beträgt etwa 10′. Der Sternhaufen hat eine Dreiecksform, mit einem hellen Stern im Südosten sieht das ganze Objekt kometengleich aus (→ vollständiger Beobachtungsbericht).

Trumpler klassifizierte den offenen Sternhaufen mit II 2 r (Trumpler 1930): Der Sternhaufen ist von dem ihn umgebenden Sternfeld losgelöst und zeigt eine geringe zentrale Konzentration. Die Helligkeit der Haufensterne erstreckt sich über einen mittleren Bereich. Zu dem Sternhaufen gehören mehr als 100 Sterne. Mehr zur Trumpler-Klassifikation offener Sternhaufen findet sich hier.

Die bekannten offene Sternhaufen der Milchstrasse liegen relativ in unserer Nähe und in der galaktischen Ebene oder aber nicht sehr weit davon entfernt (siehe hier). Der offene Sternhaufen von M11 bildet da keine Ausnahme (Dias 2002 VizieR B/ocl).

Die Position vom M11 (rot) innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Die Position vom M11 (rot) innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Im Bild von M11 finden sich 3 Doppelsterne (Mason 2014, VizieR WDS) …

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Doppelsterne sind rot markiert. Norden ist oben, Osten links.

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Doppelsterne sind rot markiert. Norden ist oben, Osten links.

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Veränderliche Sterne sind rot markiert. Norden ist oben, Osten links.

M11 aufgenommen mit einem Planewave CDK 17” Teleskop und einer Finger Lakes Instrumentation FLI ProLine PL16803 Kamera. Veränderliche Sterne sind rot markiert. Norden ist oben, Osten links.

… und 2 veränderliche Sterne (Samus 2009, VizieR GCVS).

Anmerkung

Für die Recherche zu M11 nutzte ich unter anderem sowohl die SIMBAD Datenbank beim CDS, Straßburg, Frankreich (Wenger 2000) als auch die VizieR Datenbank ebenfalls beim CDS.

Aufsuchkarte mit freundlicher Genehmigung von Starry Night www.starrynight.com.

Links

M11 @ Astrotreff – Objekt des Monats

M11 @ NED

M11 @ SEDS

M11 @ SIMBAD

M11 @ WEBDA

Literaturverzeichnis

Dias, W S; Alessi, B S; Moitinho, A; u. a. (2002): „New catalogue of optically visible open clusters and candidates“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 389 (3), S. 871–873, DOI: 10.1051/0004-6361:20020668.

Dreyer, John Louis Emil (1888): A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John FW Herschel, Bart, revised, corrected, and enlarged. Memoirs of the Royal Astronomical ….

Halley (1714): „An Account of Several Nebulae or Lucid Spots Like Clouds, Lately Discovered among the Fixt Stars by Help of the Telescope“. In: Philosophical Transactions. The Royal Society 29, S. 390–392, DOI: 10.1098/rstl.1714.0046.

Kepple, G R; Sanner, G W (1998): The Night Sky Observers Guide. Richmond, Virginia: Willmann-Bell, Inc.

Kharchenko, N V; Piskunov, A E; Röser, S; u. a. (2005): „Astrophysical parameters of Galactic open clusters“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 438 (3), S. 1163–1173, DOI: 10.1051/0004-6361:20042523.

Mason, B D; Wycoff, G L; Hartkopf, W I; u. a. (2014): „The Washington Visual Double Star Catalog (Mason+ 2001-2014)“. In: VizieR On-line Data Catalog.

Messier, Charles (1781): „Catalogue des Nébuleuses & des amas d’Étoiles“. In: Connoissance des Temps. S. 227–267.

Samus, N N; Durlevich, O V (2009): „General Catalogue of Variable Stars (Samus+ 2007-2013)“. In: VizieR On-line Data Catalog.

Trumpler, R J (1930): „Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters“. In: Lick Observatory Bulletin.

Wenger, M; Ochsenbein, F; Egret, D; u. a. (2000): „The SIMBAD astronomical database. The CDS reference database for astronomical objects“. In: Astronomy and Astrophysics Supplement. EDP Sciences 143 (1), S. 9–22, DOI: 10.1051/aas:2000332.

Wu, Zhen-Yu; Zhou, Xu; Ma, Jun; u. a. (2009): „The orbits of open clusters in the Galaxy“. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 399 (4), S. 2146–2164, DOI: 10.1111/j.1365-2966.2009.15416.x.

  1. Amas d’un grand nombre de petites étoiles, près de l’étoile K de l’Antiunoüs, que l’on ne voit qu’avec de bons instruments; avec une lunette ordinaire de trois pied elle ressemble à une Comète; cet amas est mêlé d’une lumière foible; dans cette amas il y a une étoile de 8.e grandeur. M. Kirch l’observa en 1681 …
  2. !, Cl, vB, L, iR, Ri, 9, st 11…; = M11

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