M6

M6 (NGC 6405, Schmetterlingshaufen) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Skorpion mit der Position Rektaszension 17h 40m 20s und Deklination -32d 15m 12s J2000.0 (Wu 2009). Die Entfernung zu M6 beträgt 1588 Lichtjahre (Dias 2002 VizieR B/ocl) und bei einer scheinbaren Größe von 22’ erstreckt sich der offene Sternhaufen mit seinen 737 Haufensternen (Dias 2014 VizieR J/A+A/564/A79) über 10,2 Lichtjahre.

M6 aufgenommen mit einem Takahashi SKY-90 Refraktor und einer SBIG ST-2000XMC CCD. Norden ist links, Osten unten.

Ein Bild mit Anmerkungen findet sich hier.

Der historisch erste Bericht stammt von Giovanni Hodierna aus dem Jahr 1654 (Hodierna 1654). Dieser ist allerdings erst seit 1980 allgemein bekannt und so entdeckte Philippe Loys de Chéseaux den Sternhaufen unabhängig davon im Jahr 1745-46 wieder (Le Gentil 1759).

Charles Messier beobachtete das Objekt am 23. May 1764 und notierte: “Anhäufung kleiner (schwacher) Sterne zwischen dem Bogen des Schützen und dem Schwanz des Skorpions. Mit dem bloßen Auge erscheint der Haufen als Nebel ohne Sterne; aber mit dem kleinsten Instrument, das man zum Beobachten nutzt, sieht man eine Anhäufung kleiner (schwacher) Sterne” 1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer schließlich beschrieb NGC 6405 in seinem New General Catalog: “Cluster, large, irregularly round, little compressed, stars of 7th and of 10th magnitude and fainter” 2 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

Aufsuchkarte für M6. Die Karte deckt einen Bereich von etwa 40° x 17° ab. Der eingezeichnete Kreis im Zentrum hat einen Durchmesser von 5°. Es sind Sterne bis zu einer Grenzgröße von +9,0 mag eingezeichnet.

Am 31.07.2017 beobachtete ich in Güimar (Teneriffa); NELM 4,97 mag; Himmel im Zenit 17,83 mag/☐”; Gute Transparenz bei leichtem Hochnebel: Der Mond ist um 23:25 UT mit 62% beleuchtet, steht 34° über dem Horizont und hat von M6 einen Abstand von 36°. Den offenen Sternhaufen finde ich etwa 4° nordwestlich von M7. Im William Optics Megrez 80 II Refraktor und dem Widescan III 30mm Okular (17x Vergrößerung; 5,0° Gesichtsfeld) bietet sich ein tolles Bild! Der Sternhaufen grenzt sich gut vom Hintergrund ab, ich erkenne keine Konzentration der Haufensterne. Bei den Mitgliedern des Sternhaufens bemerke ich deutliche Helligkeitsunterschiede. In einem Gebiet von etwa 20′ zähle ich 30 Sterne. Im Osten des offenen Sternhaufens erkenne ich einen auffällig roten Stern (BM Sco) (→ vollständiger Beobachtungsbericht).

Trumpler klassifizierte den offenen Sternhaufen mit II 3 m (Trumpler 1930), Ruprecht später mit III 2 p (Ruprecht 1966): Der Sternhaufen ist von dem ihn umgebenden Sternenfeld losgelöst und zeigt keine bemerkbare Konzentration, die Sterne sind mehr oder weniger dünn und annähernd gleichmäßig verstreut. Die Helligkeit der Haufensterne erstreckt sich über einen mittleren Bereich. Zu dem Sternhaufen gehören weniger als 50 Sterne. Mehr zur Trumpler-Klassifikation offener Sternhaufen findet sich hier.

Die bekannten offene Sternhaufen der Milchstrasse liegen relativ in unserer Nähe in der galaktischen Ebene oder aber nicht sehr weit davon entfernt. M6 bildet da keine Ausnahme (siehe hier) (Dias 2002, VizieR B/ocl).

Die Position vom M6 (rot) innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Anmerkung

Für die Recherche zu M6 nutzte ich unter anderem sowohl die SIMBAD Datenbank beim CDS, Straßburg, Frankreich (Wenger 2000) als auch die VizieR Datenbank ebenfalls beim CDS.

Aufsuchkarte mit freundlicher Genehmigung von Starry Night www.starrynight.com.

Links

M6 @ NED
M6 @ SEDS
M6 @ SIMBAD
M6 @ WEBDA

Literaturverzeichnis

Dias, W S; Alessi, B S; Moitinho, A; u. a. (2002): „New catalogue of optically visible open clusters and candidates“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 389 (3), S. 871–873, DOI: 10.1051/0004-6361:20020668.

Dias, W S; Monteiro, H; Caetano, T C; u. a. (2014): „Proper motions of the optically visible open clusters based on the UCAC4 catalog“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 564, S. A79, DOI: 10.1051/0004-6361/201323226.

Dreyer, JLE (1888): A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John FW Herschel, Bart, revised, corrected, and enlarged. Memoirs of the Royal Astronomical ….

Le Gentil, Guillaume (1759): „Remarques sur les étoiles nebuleuses“. In: Mémoires de l’Académie Royale des Sciences. Paris: Histoire de l’Académie royale des sciences, S. 453–471, DOI: 10.1002/asna.18690730506/abstract.

Hodierna, Giovanni Battista (1654): De systemate orbis cometici, deque admirandis coeli characteribus. Palermo.

Messier, Charles (1781): „Catalogue des Nébuleuses & des amas d’Étoiles“. In: Connoissance des Temps. S. 227–267.

Ruprecht, J (1966): „Classification of open star clusters“. In: Bulletin of the Astronomical Institutes of Czechoslovakia. 17, S. 33.

Trumpler, R J (1930): „Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters“. In: Lick Observatory Bulletin.

Wenger, M; Ochsenbein, F; Egret, D; u. a. (2000): „The SIMBAD astronomical database. The CDS reference database for astronomical objects“. In: Astronomy and Astrophysics Supplement. EDP Sciences 143 (1), S. 9–22, DOI: 10.1051/aas:2000332.

Wu, Zhen-Yu; Zhou, Xu; Ma, Jun; u. a. (2009): „The orbits of open clusters in the Galaxy“. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 399 (4), S. 2146–2164, DOI: 10.1111/j.1365-2966.2009.15416.x.

Notes:

  1. Amas de petites étoiles entre l’arc du Sagittaire & la queue du Scorpion. À la vue simple, cet amas semble former une nébulosité sans étoile; mais avec le moindre instrument que l’on emploie pour l’examiner on y voit un amas de petites étoiles
  2. Cl, L, iR, lC, st 7, 10…