M7

M7 (NGC 6475) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Skorpion mit der Position Rektaszension 17h 53m 51s und Deklination -34d 47m 36s J2000.0 (Wu 2009). Die Entfernung zu M7 beträgt 981 Lichtjahre und bei einer scheinbaren Größe von 80’ erstreckt sich der offene Sternhaufen mit seinen 120 Haufensternen (Dias 2002 VizieR B/ocl) über 22,8 Lichtjahre.

M7 aufgenommen mit einem Takahashi SKY90 Refraktor und einer SBIG ST2000 XMC CCD. Norden ist links, Osten unten.

Ptolemäus erwähnte den offenen Sternhaufen in seinem Werk Almagest um das Jahr 130, evtl. beschrieb er auch noch den benachbarten M6 aber dies ist unklar.

Der erste Bericht aus der Neuzeit stammt von Giovanni Hodierna aus dem Jahr 1654 (Hodierna 1654).

Charles Messier beobachtete das Objekt am 23. May 1764 und notierte: “Sternhaufen ansehnlicher als der Vorgänger (M6); diese Anhäufung erscheint mit dem bloßen Auge als Nebel, er ist etwas von seinem Vorgänger entfernt, platziert zwischen dem Bogen des Schützen und dem Schwanz des Skorpions” 1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer schließlich beschrieb NGC 6475 in seinem New General Catalog: “Cluster, very bright, pretty rich, little compressed, stars from 7th to 12th magnitude” 2 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

Aufsuchkarte für M7. Die Karte deckt einen Bereich von etwa 40° x 17° ab. Der eingezeichnete Kreis im Zentrum hat einen Durchmesser von 5°. Es sind Sterne bis zu einer Grenzgröße von +9,0 mag eingezeichnet.

Am 31.07.2017 beobachtete ich in Güimar (Teneriffa); NELM 4,97 mag; Himmel im Zenit 17,83 mag/☐”; Gute Transparenz bei leichtem Hochnebel: Der Mond ist um 23:13 UT mit 62% beleuchtet, steht 36° über dem Horizont und hat von M7 einen Abstand von 39°. Den offenen Sternhaufen finde ich etwa 6° westlich von ε Sgr. Im William Optics Megrez 80 II Refraktor und dem Widescan III 30mm Okular (17x Vergrößerung; 5,0° Gesichtsfeld) bietet sich ein grandioses Bild! Der Sternhaufen grenzt sich gut vom Hintergrund ab, ich erkenne eine Konzentration der Haufensterne zur Mitte hin. Bei den Mitgliedern des Sternhaufens bemerke ich deutliche Helligkeitsunterschiede. In einem Gebiet von etwa 60′ zähle ich 75 Sterne (→ vollständiger Beobachtungsbericht).

Trumpler klassifizierte den offenen Sternhaufen mit I 3 m (Trumpler 1930): Der Sternhaufen ist von dem ihn umgebenden Sternenfeld losgelöst und zeigt eine starke zentrale Konzentration. Er setzt sich aus hellen und schwachen Sternen zusammen, im allgemeinen sind wenige helle und einige weniger helle Sterne in schwächere Sterne eingebettet. Zu dem Sternhaufen gehören zwischen 50 und 100 Sterne. Mehr zur Trumpler-Klassifikation offener Sternhaufen findet sich hier.

Die bekannten offene Sternhaufen der Milchstrasse liegen relativ in unserer Nähe in der galaktischen Ebene oder aber nicht sehr weit davon entfernt und M7 bildet da keine Ausnahme (siehe hier) (Dias 2002 VizieR B/ocl).

Die Position vom M7 innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), M7 (rot), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Anmerkung

Für die Recherche zu M6 nutzte ich unter anderem sowohl die SIMBAD Datenbank beim CDS, Straßburg, Frankreich (Wenger 2000) als auch die VizieR Datenbank ebenfalls beim CDS.

Links

M7 @ NED
M7 @ SEDS
M7 @ SIMBAD
M7 @ WEBDA

Literaturverzeichnis

Dias, W S; Alessi, B S; Moitinho, A; u. a. (2002): „New catalogue of optically visible open clusters and candidates“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 389 (3), S. 871–873, DOI: 10.1051/0004-6361:20020668.

Dreyer, John Louis (1888): A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John FW Herschel, Bart, revised, corrected, and enlarged. Memoirs of the Royal Astronomical ….

Hodierna, Giovanni Battista (1654): De systemate orbis cometici, deque admirandis coeli characteribus. Palermo.

Messier, Charles (1781): „Catalogue des Nébuleuses & des amas d’Étoiles“. In: Connoissance des Temps. S. 227–267.

Trumpler, R J (1930): „Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters“. In: Lick Observatory Bulletin.

Wenger, M; Ochsenbein, F; Egret, D; u. a. (2000): „The SIMBAD astronomical database. The CDS reference database for astronomical objects“. In: Astronomy and Astrophysics Supplement. EDP Sciences 143 (1), S. 9–22, DOI: 10.1051/aas:2000332.

Notes:

  1. Amas d’étoiles plus considérable que le précédent; cet amas paroît à la vue simple comme une nébulosité, il est peu éloigné du précédent, placé entre l’arc du Sagittare & la queue du Scorpion
  2. Cl, vB, pRi, lC, st 7…12