M36

M36 (NGC 1960) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann Position Rektaszension 05h 36m 12s und Deklination +34d 08m 24s (Epoche J2000.0) (Wu 2009). Bei einer Entfernung von 1200 parsec (Kharchenko 2013, Vizier J/A+A/558/A53) und einem scheinbaren Durchmesser von 12 arcmin erstreckt sich M36 mit seinen 199 Haufensternen über 13,8 Lichtjahre (Dias 2014, Vizier J/A+A/564/A79).

Der historisch erste Bericht stammt von Giovanni Hodierna aus dem Jahr 1654 (Hodierna 1654). Dieser ist allerdings erst seit 1984 allgemein bekannt und so gilt die Beobachtung von Le Gentil im Jahr 1749 als Neuentdeckung (Le Gentil 1755).

Charles Messier notierte am 2. September 1764 zu diesem Sternhaufen: “Eine Ansammlung von Sternen im Fuhrmann nahe dem Stern φ, mit einem üblichen Fernrohr mit 3,5 Fuß (Brennweite) hat man Mühe Sterne unterscheiden zu können, die Ansammlung enthält keinerlei Nebel. Seine Position wurde mittels φ bestimmt” 1 (Dreyer 1888, VizieR VII/118).

M36 aufgenommen mit einem Takahashi Epsilon 250 und einer SBIG ST-8 CCD Kamera. Norden ist unten, Osten links.

Ein Bild mit Anmerkungen findet sich hier.

Trumpler klassifizierte den offenen Sternhaufen mit I 3 m (Trumpler 1930), Ruprecht später mit II 3 m (Ruprecht 1966): Der Sternhaufen ist von dem ihn umgebenden Sternenfeld losgelöst und zeigt eine starke zentrale Konzentration. Er setzt sich aus hellen und schwachen Sternen zusammen, im allgemeinen sind wenige helle und einige weniger helle Sterne in schwächere Sterne eingebettet. Zu dem Sternhaufen gehören zwischen 50 und 100 Sterne.

Die bekannten offene Sternhaufen der Milchstrasse liegen relativ in unserer Nähe und in der galaktischen Ebene oder aber nicht sehr weit davon entfernt. M36 bildet da keine Ausnahme (siehe hier) (Dias 2002, VizieR B/ocl).

Die Position vom M36 innerhalb der Milchstrasse. Sonne (gelb), Zentrum der Milchstraße (schwarz), M36 (rot), andere offene Sternhaufen (blau). Die Milchstraße wird durch einen erweiterten Kreis mit einem Durchmesser von 30 kpc angedeutet. Die x-Achse zeigt Richtung des Zentrum und die y-Achse in Richtung der Rotation der Milchstraße, die z-Achse weist auf den galaktischen Nordpol.

Ursprünglich aus dem offene Sternhaufen M36 stammt wahrscheinlich der Pulsar PSR J0538+2817, der zum Supernovaüberrest S174 gehört (Ng 2007).

Anmerkungen

Für diesen Blog-Eintrag nutzte ich sowohl die SIMBAD Datenbank beim CDS, Straßburg, Frankreich (Wenger 2000) als auch die VizieR Datenbank ebenfalls beim CDS.

Links

M36 @ NED
M36 @ SEDS
M36 @ SIMBAD
M36 @ WEBDA

Literatur

Dias, W S; Alessi, B S; Moitinho, A; u. a. (2002): „New catalogue of optically visible open clusters and candidates“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 389 (3), S. 871–873, DOI: 10.1051/0004-6361:20020668.

Dias, W S; Monteiro, H; Caetano, T C; u. a. (2014): „Proper motions of the optically visible open clusters based on the UCAC4 catalog“. In: Astronomy and Astrophysics. EDP Sciences 564, S. A79, DOI: 10.1051/0004-6361/201323226.

Dreyer, John Louis Emil (1888): A New General Catalogue of Nebulæ and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John FW Herschel, Bart, revised, corrected, and enlarged. Memoirs of the Royal Astronomical ….

Le Gentil, Guillaume (1755): „Mémoire sur une étoile nébuleuse nouvellement découverte à côte de celle qui est audessus de celle de la ceinture d’Androméde“. In: Mémoires de Mathématique et de Physique. Paris 2, S. 137–145.

Hodierna, Giovanni Battista (1654): De systemate orbis cometici, deque admirandis coeli characteribus. Palermo.

Kharchenko, N V; Piskunov, A E; Schilbach, E; u. a. (2013): „Global survey of star clusters in the Milky Way. II. The catalogue of basic parameters“. In: Astronomy and Astrophysics. 558, S. A53.

Messier, Charles (1781): „Catalogue des Nébuleuses & des amas d’Étoiles“. In: Connoissance des Temps. S. 227–267.

Ng, C Y; Romani, Roger W; Brisken, Walter F; u. a. (2007): „The Origin and Motion of PSR J0538+2817 in S147“. In: The Astrophysical Journal. 654 (1), S. 487–493, DOI: 10.1086/510576.

Ruprecht, J (1966): „Classification of open star clusters“. In: Bulletin of the Astronomical Institutes of Czechoslovakia. 17, S. 33.

Trumpler, R J (1930): „Preliminary results on the distances, dimensions and space distribution of open star clusters“. In: Lick Observatory Bulletin.

Wu, Zhen-Yu; Zhou, Xu; Ma, Jun; u. a. (2009): „The orbits of open clusters in the Galaxy“. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 399 (4), S. 2146–2164, DOI: 10.1111/j.1365-2966.2009.15416.x.

Notes:

  1. Amas d’étoiles dans le Cocher, près de l’étoile φ; avec une lunette ordinaire de 3 pieds & demi on a de la peine à distinguer les étoiles, l’amas ne contient aucune nébulosité. Sa position déterminée de φ[7ref] (Messier 1781).

    John Louis Dreyer beschrieb NGC 1960 in seinem New General Catalog: “Cluster, bright, very large, very rich, little compressed, stars from 9th to 11th magnitude, scattered” 2Cl, B, vL, vRi, lC, st 9…11 sc