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Sterntagebuch 22.09.2017

Meine Beobachtungen mache ich aus Konstanz heraus. Mein Standort ist ein offener Balkon mit freiem Blick Richtung Süden, Westen und Norden, nach Osten kann ich nur eingeschränkt beobachten. Im Westen steht ein Geschäftshochhaus mit einer auf dem Dach montierten blau leuchtenden Werbeschrift, die aber zusätzlich zu der sonstigen städtischen Lichtverschmutzung nur minder stört. Ich beginne meine Beobachtungen am 22.09.2017 00:15UT und beende sie um 01:30UT. Zu Beginn ist der Mond zu 3,7% beleuchtet und befindet sich 46° unterhalb des Horizonts. Mit der App Dark Sky Meter bestimme ich die Helligkeit des schwächsten noch mit dem bloßem Auge sichtbaren Stern zu diesem Zeitpunkt zu 6,11 mag, die gemessene Flächenhelligkeit des Himmels im Zenit beträgt 20,10 mag/☐”. Die Atmosphäre zeigt eine gute Transparenz bei leichter Schleierbewölkung.

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M34

M34 (NGC 1039) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Perseus an der Position Rektaszension 02h 42m 05s und Deklination +42d 45m 42s J2000.0 (Wu 2009). Aus der Entfernung von etwa 1600 Lichtjahre zum offenen Sternhaufen (Kharchenko 2005 J/A+A/438/1163) und der scheinbaren Größe von 35 arcmin (Kepple 1998) ergibt sich für ihn eine Größe von grob 17 Lichtjahre.

M34 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist oben, Osten links.

M34 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist oben, Osten links.

Der Sternhaufen wurde vermutlich zuerst von Giovanni Hodierna entdeckt (Frommert 2007) und unabhängig davon von Charles Messier wiederentdeckt. Er notierte am 25. August 1764: “Ansammlung sehr kleiner [schwacher] Sterne zwischen dem Kopf der Medusa [Algol] und dem linken Fuß der Andromeda, nahe unterhalb der Parallelen von γ [Andromeda]; mit einem normalen Teleskop von 3 Fuß [Brennweite] kann man die Sterne unterscheiden”1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer beschrieb M34 in seinem New General Catalog: “Cluster, bright, very large, little compressed, scattered stars of 9th magnitude”2 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

M34 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist oben, Osten links.

M34 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist oben, Osten links.

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M31

M31 (NGC 224) ist eine Galaxie vom morphologischen Typ SA(s)b (Batcheldor 2013) im Sternbild Andromeda mit der Position Rektaszension 00h 42m 44s und Deklination +41d 16m 08s J2000.0 (Skrutskie 2006 VizieR VII/223). Aus ihrer Entfernung von knapp 2,5 Millionen Lichtjahre (Riess 2012 VizieR J/ApJ/745/156) und ihrer scheinbaren Größe von 185’ x 75’ (Kepple 1998) ergibt sich für die Galaxie eine Ausdehnung von etwa 132000 x 53000 Lichtjahren.

M31 mit M32 und M110 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist links, Osten oben.

M31 mit M32 und M110 aufgenommen mit einem Takahashi FSQ-106 Refraktor und einer SBIG STL-11000M CCD Kamera. Norden ist links, Osten oben.

Ein Bild mit Anmerkungen findet sich hier.

Mit einer Helligkeit von 3,4 mag (Gil de Paz 2007 VizieR J/ApJS/173/185) und seiner immensen Größe von 185’ x 75’ (Kepple 1998) ist M31 recht einfach mit bloßem Auge sichtbar. Dem entsprechend stammt der erste schriftliche Bericht von der “kleinen Wolke” bereits aus dem Jahr 964 vom persischen Astronomen Abd-al-Rahman Al-Sufi (Al-Sufi 954).

Charles Messier nahm die Galaxie am 3. August 1764 in seinen Katalog auf: “Der schöne Nebel im Gürtel der Andromeda in Form einer Spindel; Herr Messier hat sie mit verschiedenen Instrumenten untersucht und hat in ihm keinerlei Stern erkannt. Er erinnert an zwei an ihrer Basis zusammengesetzten Hörner oder Pyramiden aus Licht, deren Achse in Richtung Nordwest nach Südost ausgerichtet ist; die zwei Lichtpunkte oder die zwei Gipfel sind 40′ voneinander entfernt; die Basis der beiden Pyramiden ist 15′ [lang]. Dieser Nebel wurde 1612 durch Simon Marius entdeckt und seitdem von verschiedenen Astronomen beobachtet. …”1 (Messier 1781).

John Louis Dreyer beschrieb NGC 225 in seinem New General Catalog: “Very much remarkable, most extremely bright, extremely large, very much extended”2. Zur Sternassoziation NGC 206 in M31 bemerkte er: “Very faint, very large, much extended towards 0°”3 (Dreyer 1888 VizieR VII/118).

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